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Der wunderschöne Süden Indiens

Hier hat es uns am Besten gefallen. Palmen, traumhafte Strände und herzergreifend freundliche Menschen. Vieles hat sich geändert, seit wir den Norden hinter uns gelassen haben. Der Müll ist weniger geworden (Großstädte ausgenommen), die Vegetation ist tropischer, die Luft feuchter, die Sprache und Kultur völlig anders. Englischkenntisse werden immer schlechter bzw. seltener. Die Männer tragen Schnurrbärte und nur noch zu Röcken gewickelte Leinentücher mit einem feinen Hemd darüber. Nette Kombination 😉 Außerdem halten die Männer ständig Händchen, das gilt als Zeichen von Freundschaft. Unter Paaren ist es eher unüblich und zieht entsetzte Blicke auf sich. Kerala ist einer der indischen Südstaaten und bekannt für seine wunderschöne Natur und entspannte Stimmung. Wir fanden sehr interessant, dass dieser Bundesstaat das erste Land ist, das in demokratischen Wahlen eine kommunistische Regierung gewählt hat. Überall sah man Che Guevara Aufkleber und Kommunismuszeichen. image Zwei Tage verbrachten wir in Kollam, von denen einer eher unfreiwillig war, da wir auf Grund eines Streikes unsere Kanutour verschieben mussten. Später erfuhren wir, dass Streiks in Kerala keine Seltenheit sind. Das machen die wohl ständig. Also haben wir unser Hotelzimmer genossen, das wirklich schön war und den halben Tag Animal Planet im Fernsehen geschaut. Als uns der Hunger in die Stadt trieb, mussten wir mit Überraschen feststellen, dass die Straßen komplett menschenleer waren. Wie eine Geisterstadt! Natürlich war es ganz nett einmal leere Straßen zu sehen, was bei der Bevölkerungsdichte Indiens schon an ein Wunder grenzt. Aber leider hatte nun auch kein Restaurant geöffnet. Nach verzweifelter Suche, fuhren wir mit einer Rickscha zum Bahnhof und nahmen mit einem Bahnhofsrestaurant vorlieb, um das wir sonst wahrscheinlich einen großen Bogen gemacht hätten. Das Personal suchte Ewigkeiten nach Löffeln für die merkwürdigen Touristen, hier wird normalerweise eher mit den Fingern aus einem Palmblatt gegessen. Das Essen war sehr lecker und blieb überraschenderweise auch ohne Nebenwirkungen. Zudem war es unglaublich günstig! image image Am nächsten Tag machten wir eine 2-stündige Kanutour durch die Backwaters. Die Gegend ist komplett durchzogen von kleinen Kanälen und Flüssen, die man mit dem Boot erkunden kann. Wir sahen kleine Dörfer und Krabben- und Fischzucht, umgeben von unzähligen Kokospalmen. Einziges Fortbewegungsmittel ist hier das Boot. Die Häuser sind schlicht, aber haben größtenteils Strom und auch Fernsehen. Der Ausflug war interessant, aber würden wir noch einmal herkommen, würden wir eher ein Hausboot mieten und etwas tiefer in die Gewässer fahren. image image image image image Unser nächstes Ziel war eine wunderschöne Küstenstadt, Varkala. Die Promenade liegt hier auf hohen Klippen, so weht meistens ein angenehmer Wind und man kann immer das Meer sehen. Zum Strand muss man einige Stufen herabsteigen, er ist nicht besonders groß und breit, aber sehr idyllisch. Die Wellen waren unglaublich hoch und die Strömungen ziemlich stark, was das Baden zwar sehr spaßig, aber auch anstrengend machte. Der Salzgehalt des arabischen Meeres ist sehr hoch, wir haben es deshalb nie all zu lang im Wasser ausgehalten. Die Muscheltaucher, die überall an der Küste stundenlang tauchen, sind da wohl etwas abgehärteter. Der Ort ist sehr touristisch, ein Klamotten- und Souvenirladen nach dem anderen und jeder Verkäufer bettelt einen nahezu an, seinen Laden anzuschauen. „Have a luuuuk Mam, please Sir!… later?“ Das kann nach ein paar Spaziergängen echt nervig werden. Doch dafür gibt es auch super Restaurants, die unsere europäischen Herzen höher schlagen lassen. Überall wird Yoga angeboten und ayurvedische Behandlungen angepriesen. 1,5 Stunden Yoga am Morgen haben uns ziemlich ins Schwitzen gebracht und uns Muskeln spüren lassen, deren Existenz wir uns nicht mehr bewusst waren. Varkala hat uns gut gefallen, wir hätten hier gern noch ein paar weitere Tage verbracht. Doch unser Zug nach Chennai war bereits gebucht. image image image image Unser Aufenthalt in Chennai war nicht großartig erwähnenswert. Wir haben wieder festgestellt, dass wir keine (indischen) Großstädte mögen. So viele Menschen, Müll, Lärm und dieser schreckliche Gestank überall. Highlight war ein Besuch in einem großen Einkaufszentrum. Dort haben wir uns indisch eingekleidet, uns die Haare schneiden lassen und einfach einen schönen Nachmittag in einer angenehmeren Umgebung genossen. Klimaanlagen, Sauberkeit, ordentliches Essen und die indische Mittel-/Oberschicht. Das hat gut getan 🙂 image image image image image

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